eine Kooperationsveranstaltung: Ansprechpartner / Anmeldung:
Abteilung Soziale Dienste und Einrichtungen

Christina Sprenger (Referentin)
Referat Erziehungshilfen / IDA / Jugendsozialarbeit
Caritasverband für die Diözese Hildesheim e.V.

Moritzberger Weg 1
31139 Hildesheim

Tel.: 05121 - 938 217
Fax: 05121 - 938 119

sprenger@fachtag-quergedacht.de

Anmeldeformular

Fachtag Quergedacht Flyer

Anmeldung (Postkarte)

 
Kinder, Jugendliche und junge Heranwachsende aus Systemen mit psychisch kranken Elternteilen haben besondere Belastungssituationen, die in vielen Fällen eine besondere Hilfe erfordern.

Was kann ich tun?
Wen kann ich zu Rate ziehen?
Wer kann unterstützen?
Mit wem kann oder muss ich kooperieren?

Die Beantwortung dieser Fragen soll in den Mittelpunkt der Veranstaltung gestellt werden.




Kosten: 80,- € Tagungspauschale inkl. Verpflegung




Zielgruppe der Veranstaltung:


Die Veranstaltung richtet sich übergreifend an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, des Gesundheitswesens u.a. Psychologische Psychotherapeuten (PP), Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten (KJP) , Ärzte, sowie an alle Interessierten, die mit Kindern, Jugendlichen und jungen Heranwachsenden arbeiten.

Die Gesundheit und förderliche Bedingungen für das Aufwachsen sind für das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen von wesentlicher Bedeutung. Schwierige familiäre Beziehungen sowie schädigende Einflüsse des sozialen Umfeldes der jungen Menschen und ökonomische Probleme können konkrete Gesundheits- und Entwicklungsrisiken bedeuten.

Wenn Eltern an einer psychischen Erkrankung wie Depression oder Sucht leiden, sind nicht nur sie betroffen, sondern häufig sind damit auch die Entwicklungsbedingungen der Kinder und Jugendlichen erheblich belastet - diese geraten allerdings oftmals aus dem Blickfeld obwohl sie ein drei- bis vierfach höheres Risiko haben, selbst zu erkranken oder auffälliges Verhalten im Lebensverlauf zu entwickeln.. Ein beschütztes Aufwachsen ist oftmals nicht möglich, nicht selten werden die jungen Menschen sogar zur Stütze der Familie. Notwendig für die Kinder und Jugendlichen sind neben der Entlastung, die Stärkung und präventive Resilienz fördernde Angebote, insbesondere, dass sich alle beteiligten Hilfesysteme gut vernetzen, verbindlich kooperieren und gemeinsam ressourcenorientiert arbeiten Für Fachkräfte, die mit betroffenen Kindern und Jugendlichen arbeiten, sind Handlungsoptionen und spezielle Angebote zur Kompetenzerweiterung wichtig und notwendig.

Die Tagung soll das Bewusstsein für die spezifischen Bedarfe der Zielgruppe weiter schärfen, unterstützende Handlungsansätze für Fachkräfte aufzeigen und die interdisziplinäre Diskussion um übergreifende Hilfen für betroffene Kinder und Jugendliche fördern.




Vorträge vormittags:
 

Prof. Dr. phil. Albert Lenz, Dipl.-Psychologe

- Kinder psychisch kranker Eltern – Belastungen, Risiken, Resilienz und protektive Prozesse:
Kinder psychisch kranker Eltern stellen eine besondere Risikogruppe dar. Wachsen Kinder in Familien auf, in denen ein Elternteil psychisch krank ist, sind diese in vielfältiger Weise durch die elterliche Erkrankung betroffen und stehen unter erhöhtem Risiko, selbst eine psychische Störung zu entwickeln. Antworten darauf, warum Kinder trotz multipler Belastungen und Risikoerfahrungen nicht selbst erkranken oder die Belastungen ohne langfristige klinisch relevante Störungen überstehen und eine relativ gute Entwicklung nehmen, bieten die Erkenntnisse der Resilienzforschung. Michael Rutter, ein Nestor der Resilienzforschung, definiert Resilienz als die Fähigkeit des Individuums und des Familiensystems in belastenden Lebensumständen, in widrigen familiären Situationen und Umweltbedingungen Schutzfaktoren im Sinne eines Puffereffektes einsetzen zu können. Resilienz ist also mehr als ein Label für Schutzfaktoren, sondern ist als ein dynamischer Prozess der Bewältigung von Belastungen und der positiven Anpassung zu verstehen.
Neben den Belastungen in den Familien und Risiken für die Kinder wird in dem Vortrag auf die protektiven Faktoren und Prozesse eingegangen sowie die zentralen Interventionen für die Kinder und die Familien vorgestellt.
VITA: Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp) der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen.
Ausbildung in psychoanalytischer Familientherapie und psychologischer Krisenintervention. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Kinder psychisch kranker Eltern, Sozial- und Gemeindepsychiatrie, Kooperation Psychiatrie und Jugendhilfe, Empowerment und Soziale Netzwerke, psychosoziale Beratung und Krisenintervention. Zahlreiche Publikationen und Forschungsprojekte in diesen Bereichen. Mitherausgeber der Zeitschrift „Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie“. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH). Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp) der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHo NRW)



Prof. Dr. Sabine Metzing, Professorin für Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Kinder und Jugendliche

- Kinder und Jugendliche als pflegende Angehörige in Deutschland – Ergebnisse einer Schülerbefragung
Kinder und Jugendliche, die regelmäßig für ein oder mehrere chronisch kranke Familienmitglieder sorgen, ihnen helfen und sie pflegen, werden als pflegende Kinder, als „young carers“ bezeichnet. Sie stellen eine in Deutschland bislang kaum wahrgenommene und verborgene Gruppe pflegender Angehöriger dar. Pflegende Kinder und Jugendliche übernehmen die Tätigkeiten, die durch die Erkrankung unbesetzt sind: „sie füllen die Lücken“. Ihr Einsatz reicht von gelegentlichen Hilfestellungen bis hin zur allein-verantwortlichen Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Zur Anzahl betroffener Kinder und Jugendlicher gab es viele Jahre nur Schätzungen (2.1%). Der Vortrag fasst Ergebnisse einer Studie zusammen, in der 6.313 Schülerinnen und Schüler zum Umgang mit Krankheit in der Familie befragt wurden. Ziel war es, herauszuarbeiten, wie viele Kinder und Jugendliche überhaupt mit Krankheit in der Familie konfrontiert sind, wie sich die Situation von Kindern und Jugendlichen als pflegende Angehörige in Deutschland darstellt und wie hoch ihr Anteil ist.
VITA: Department für Pflegewissenschaft, Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke (UW/H).
Examinierte Krankenschwester und Pflegewissenschaftlerin,. Leitung des Masterstudiengangs Pflegewissenschaft an der UW/H. Gastwissenschaftlerin an der Hochschule Osnabrück im Rahmen des kooperativen Forschungskolleg ‚FamiLe - Familiengesundheit im Lebensverlauf‘.
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Kinder und Jugendliche als (pflegende) Angehörige, Bewältigung von chronischer Krankheit in der Familie, Qualitative Forschung.





Workshops nachmittags:
 
 




Artur Geis, Dipl.-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut, Erziehungsberatungsstelle Günzburg

– Konzepte und Angebote für Kinder psychisch kranker Eltern / „Ich bin wichtig …Gruppenangebot für Kinder psychisch kranker Eltern an einer Erziehungsberatungsstelle
Erst vor wenigen Jahren wurde ein Augenmerk von Erwachsenenpsychiatrie als auch Jugendhilfe auf die besondere Situation von Kindern psychisch kranker Eltern gelenkt. Glücklicherweise wurde die Problematik inzwischen von seiten der Praxis, der Wissenschaft und aktuell der Politik aufgegriffen. So gab es innerhalb der letzten Jahre eine enorme Entwicklung innerhalb der Forschung, was Datenerhebung, Symptom- und Belastungsanalyse sowie Suche nach Resilienzfaktoren betrifft. Aus der Praxis heraus entwickelte sich eine Vielzahl von Projekten mit der gemeinsamen Zielsetzung, betroffene Kinder und Familien zu unterstützen. Bezug nehmend auf die spezifischen Belastungen von Kindern psychisch kranker Eltern wird seit über 10 Jahren an der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung in Günzburg eine Gruppe für belastete Kinder durchgeführt. Im Workshop erhalten Sie Informationen zur Entstehung, Konzeption, Rahmenbedingungen und notwendigen Vernetzungen. Anhand konkreter Beispiele soll die Erarbeitung individueller Verhaltenspläne als Ergebnis des Gruppenangebotes anschaulich dargestellt werden.
VITA: Leiter der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung in Günzburg, langjährige Berufserfahrung sowohl in der stationären als auch teilstationären Jugendhilfe, Heilpädagogische Tägesstätte, Schulsozialarbeit, Lehrtätigkeit an der Fachschule für Heilerziehungspflege. Seit 2012 Gesamtleiter der KJF Kinder- und Jugendhilfe Günzburg/Neu-Ulm.



Maike Ruskowski - Sozialarbeiterin B.A, Systemische Familientherapeutin, Kinderschutz-Zentrum Osnabrück

- Zugänge und Methoden in der Arbeit mit betroffenen Jugendlichen - aus der Praxis für die Praxis
Dieser Workshop soll den Teilnehmer*innen neue Ideen und Impulse für die Unterstützung von Jugendlichen psychisch erkrankter Eltern(teile) geben. Wie kann es gelingen mit betroffenen Jugendlichen in Beziehung zu treten?  Welche Haltungen sind hilfreich?  Wie gelingt Psychoedukation? Unterschiedliche Methoden sollen zum Austausch anregen und Ihnen Ideen und Inspiration für Ihre praktische Arbeit geben.
VITA: seit August 2011 Mitarbeiterin im Kinderschutz-Zentrum Osnabrück. Tätig im Beratungsangebot „Trotzdem -Trotz psychischer Erkrankung- Stark mit Kind“ für Familien mit psychisch erkrankten Eltern.



Beate Sperling, Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialtherapeutin, Suchthilfe des Caritasverbands Hildesheim

- Kinder suchtkranker Eltern
Über drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland haben suchtkranke Eltern. Inzwischen weiß man, dass eine elterliche Suchterkrankung eines der zentralsten Risiken für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist. Viele von ihnen werden später selber suchtkrank.
Der Alltag von Kindern und Jugendlichen in suchtbelasteten Familien ist geprägt von Gefühlen der Hilflosigkeit und des Alleingelassenseins, verbunden mit der Befürchtung, dass andere ihr Familiengeheimnis entdecken könnten.
Was bedeutet das für diese Kinder, mit welchen weiteren suchtspezifischen Belastungen müssen sie leben? Wie kann ich mit dem Thema umgehen, wenn es in meinem Umfeld auftaucht und welche Möglichkeiten gibt es, Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien zu unterstützen? Ein kurzes Impulsreferat führt in die Thematik ein, anschließend wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie  Kinder und Jugendlichen in den verschiedenen Arbeitsbereichen erreicht und gestärkt werden können.
VITA: Tätigkeit bei der drobs Lüneburg und im sozialpsychiatrischen Dienst des Landkreises Harburg, seit 2006 bei der Suchthilfe des Caritasverbandes Hildesheim. Dreijährige suchtherapeutische Zusatzausbildung, verhaltenstherapeutisch orientiert. Arbeitsschwerpunkte sind die Beratung und Behandlung von Menschen mit Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit und die Beratung von Angehörigen.



Melanie Pohl und Tanja Eckers, Dipl. Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen, Suchttherapeutinnen, Caritasverband Düsseldorf

- Adventskalender „Familiengeheimnisse“ – ein Vernetzungsprogramm für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien
Der Adventskalender „Familiengeheimnisse“ ist ein Vernetzungsprogramm aus Sucht-, Jugend- und Gesundheitshilfe, dass Hilfsangebote für suchtbelastete und psychisch belastete Familien transparent macht, so dass betroffene Familien wissen an wen sie sich in ihrer Stadt wenden können und frühzeitig im Hilfesystem ankommen.
In Form eines Adventskalenders werden in der Vorweihnachtszeit Schüler/innen rund um das Thema Sucht und psychische Erkrankungen informiert und mögliche Zugangswege zum Hilfesystem ihrer Stadt aufgezeigt. Auch Lehrer/innen und Schulsozialarbeiter/innen profitieren von dem entstandenen Infopool und fühlen sich dadurch entlastet und kompetenter in der Beratung betroffener Jugendlicher oder in der Elternarbeit.
Durch die gemeinsame Arbeit der Netzwerkpartner aus der Sucht-, Jugend- und Gesundheitshilfe können persönliche Kontakte zu Fachkräften aus den Hilfesystemen geknüpft und die Hemmschwelle sich Unterstützung zu suchen, gesenkt werden.
Die gemeinsame Arbeit der Akteure der drei Hilfesysteme, fördert zudem die Vernetzung auf praktischer Ebene. Hilfsangebote werden untereinander bekannt gemacht. Eine schnellere Vermittlung in passende Angebote kann erfolgen. Versorgungslücken werden so schneller erkannt, Kooperationen unter den Trägern zum Thema können geknüpft werden.
Das Programm befindet sich derzeit in einem Skalierungsprozess und wird nach Abschluss der Pilotphase 2019 auch anderen Städten zur Verfügung stehen.
Der Workshop stellt das Konzept und die Ergebnisse aus den vergangenen Erfahrungsjahren vor.
VITA: seit 2007 Mitarbeitende der Fachstelle für Beratung, Therapie und Suchtprävention des Caritasverbandes Düsseldorf e.V., seit 2008 Schwerpunkt suchtbelastete Familien


Prof. Dr. phil. Albert Lenz, Dipl.-Psychologe

- Ressourcen psychisch kranker und suchtkranker Eltern stärken
Kinder psychisch kranker oder suchtkranker Eltern weisen ein erhöhtes Risiko auf, misshandelt oder vernachlässigt zu werden. Ressourcen, die als Schutzfaktoren wirken, sind bei den betroffenen Eltern häufig nur schwach ausgeprägt.
Um diejenigen Ressourcen zu stärken, die das Misshandlungsrisiko für Kinder reduzieren und ihre psychosoziale Entwicklung insgesamt fördern, wurde ein modular aufgebautes Gruppenprogramm entwickelt und evaluiert (Lenz, 2018). Es fokussiert auf die Förderung des Stress- und Belastungsmanagement der Eltern. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der reflexiven Kompetenzen der Eltern, d.h. die Stärkung ihrer Mentalisierungsfähigkeit.
In dem Workshop werden die Grundlagen und die vier Module des Gruppenprogramms vorgestellt.
VITA: Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp) der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen.
Ausbildung in psychoanalytischer Familientherapie und psychologischer Krisenintervention. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Kinder psychisch kranker Eltern, Sozial- und Gemeindepsychiatrie, Kooperation Psychiatrie und Jugendhilfe, Empowerment und Soziale Netzwerke, psychosoziale Beratung und Krisenintervention. Zahlreiche Publikationen und Forschungsprojekte in diesen Bereichen. Mitherausgeber der Zeitschrift „Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie“. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH). Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp) der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHo NRW)



Tijs Bolz und Viviane Albers, M Ed. Sonderpädagogik; wissenschaftliche Mitarbeitende an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik

- Von der Kompetenz ein „Systemsprenger“ zu sein…
Schwere Traumatisierungen, gewaltförmige oder verfestigte selbst- und fremdverletzende Verhaltensmuster, Drogen- und Suchtabhängigkeit, massiv schuldistanziertes und schulaversives Verhalten oder gar „Entkoppelung“: Dies sind Ausprägungen von Verhaltensweisen, die eine Zielgruppe charakterisieren, die sowohl schulische als auch außerschulische Erziehungshilfe vor unterschiedliche Herausforderungen in der aktuellen pädagogischen Praxis stellen.
Immer wieder werden in diesen Arbeitsfeldern tätige Pädagoginnen und Pädagogen damit konfrontiert, dass Kinder und Jugendliche offenbar durch Unterstützungsangebote nicht erreichbar erscheinen und aufgrund ihrer schweren Verhaltensstörungen und massiv provozierender und grenzverletzender Handlungen durch die einzelnen Systeme „hindurchgereicht“ werden, bis sie letztlich in einer Pendelbewegung zwischen Jugendhilfe, Straßenszene, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugend-Justizvollzugsanstalt hängen bleiben und vor den Augen des Hilfesystems zu „hoffnungslosen Fällen“ erklärt werden.
Auf der Grundlage verstehender und systemischer Zugänge werden sowohl die Dynamik des Scheiterns der Jugendlichen am System als auch die Hilflosigkeit des Systems gegenüber eben diesen jungen Menschen erörtert und analysiert und grundlegende strategische Überlegungen sowie Impulse für die Arbeit mit solcher Klientel vorgestellt, damit jenseits der Grenzen von Erziehung letztlich wieder Erziehung stehen kann.
In diesem Workshop wird in den Phänomenbereich scheiternder Erziehungs(hilfe)prozesse in pädagogischen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe, Schule aber auch Psychiatrie orientiert an konkreten Beispielen aus dem Praxisfeld eingeführt, die sich aufgrund schwerster Verhaltensstörungen ergeben.
Inhalte auf einen Blick:
die Systemlogik des Scheiterns: Delegationsmechanismen des deutschen Hilfesystems
biographische Aspekte und verstehende Zugänge zu „systemsprengenden“ Karrieren
Beziehungsdynamiken in pädagogischen Grenzsituationen und institutionellen Eskalationsprozessen
zur Bedeutung des Motivs „Kontrolle“ auf Seiten der jungen Menschen und des Hilfesystems
Impulse für die Arbeit mit Hoch-Risiko-Klientel
VITA: Viviane Albers, M Ed. Sonderpädagogik; wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich „Pädagogik bei Verhaltensstörungen/ Beeinträchtigung in der emotionalen und sozialen Entwicklung“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik; in Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Tijs Bolz, M Ed. Sonderpädagogik; wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich „Pädagogik bei Verhaltensstörungen/ Beeinträchtigung in der emotionalen und sozialen Entwicklung“ und „Sonder- und Rehabilitationspädagogische Psychologie“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik



Vera Schreiber, Pädagogin M.A., Systemische Familientherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Erziehungsberatungsstelle AWO, Göttingen

- Stärkung der Eltern durch TripleP-Positives Erziehungsprogramm
Das TripleP-Positive Erziehungsprogramm wurde entwickelt, um verhaltensbezogenen und emotionalen Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken. Die Herausforderungen des Erziehungsalltages stellen viele Eltern auf eine harte Probe. Durch den Aufbau des Programms werden die Eltern in ihrer Selbstwirksamkeitsüberzeugung gestärkt, ebenso wirkt TripleP der Depressivität von Eltern entgegen. Damit wird ein generelles Präventionsprogramm vorgestellt, das aber auch eingesetzt werden kann, wenn schon Verhaltensprobleme bei Kindern entstanden sind.
In dem Workshop soll gezeigt werden, wie Erziehungsunsicherheit entgegengewirkt werden kann und Eltern Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten im Umgang mit schwierigem Verhalten ihrer Kinder entwickeln. Die Theoretischen Grundlagen des Programms werden kurz dargestellt und anhand von Fallbeispielen aus der Erziehungsberatung, vor allem aus dem Vor- und Grundschulbereich, veranschaulicht. Darüber hinaus wird vorgestellt, wie durch das Zusatzmodul „Stressbewältigung“ Eltern, die schon eine depressive Erkrankung haben, sich aus destruktiven Interaktionen mit ihren Kindern lösen können. Auch dazu werden Fallbeispiele gezeigt.
VITA: Pädagogin M.A., systemische Familientherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, seit mehr als 20 Jahren in der Erziehungsberatung tätig, seit 18 Jahren Akkreditierung als TripleP Trainerin, KInderschutzfachkraft, vielfältige Erfahrungen im Kontext psychisch kranke Eltern.




Markt der Möglichkeiten (ganztägig):



Ganztägig stellen sich u.a. folgende Projekte und Organisationen mit Informationsständen vor:





Tagungsverlauf:

09.00 – 09:15 UhrAchtsamer Tagesimpuls /Christina Sprenger, Referentin für Erziehungshilfen, IDA und Jugendsozialarbeit beim Caritasverband für die Diözese Hildesheim / Basilika St. Clemens
09.15 – 09:45 UhrAnkommen / Anmeldung
09:45  – 10.00 UhrBegrüßung und Einführung
1. Positionierung-Schnittmengen der Sozialgesetzgebung, Dr. Stefan Witte, Stiftung kath. Kinder- und Jugendhilfe im Bistum Hildesheim

Vorträge:

10.00 – 11.00 UhrProf. Dr. phil. Albert Lenz, Dipl.-Psychologe - Kinder psychisch kranker Eltern – Belastungen, Risiken, Resilienz und protektive Prozesse:
11.00 – 11.15 UhrKaffeepause und Gespräche
11.15  - 12.15UhrProf. Dr. Sabine Metzing, Professorin für Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Kinder und Jugendliche - Kinder und Jugendliche als pflegende Angehörige in Deutschland – Ergebnisse einer Schülerbefragung
12.15 – 13.15UhrMittagspause

Workshops

13.15 – 14.45 Uhr
1 Artur Geis, Dipl.-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut, Erziehungsberatungsstelle Günzburg– Konzepte und Angebote für Kinder psychisch kranker Eltern / „Ich bin wichtig …Gruppenangebot für Kinder psychisch kranker Eltern an einer Erziehungsberatungsstelle
2 Maike Ruskowski - Sozialarbeiterin B.A, Systemische Familientherapeutin, Kinderschutz-Zentrum Osnabrück - Zugänge und Methoden in der Arbeit mit betroffenen Jugendlichen - aus der Praxis für die Praxis
3 Beate Sperling, Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialtherapeutin, Suchthilfe des Caritasverbands Hildesheim - Kinder suchtkranker Eltern
4 Melanie Pohl und Tanja Eckers, Dipl. Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen, Suchttherapeutinnen, Caritasverband Düsseldorf - Adventskalender „Familiengeheimnisse“ – ein Vernetzungsprogramm für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien
5 Prof. Dr. phil. Albert Lenz, Dipl.-Psychologe - „Ressourcen psychisch kranker und suchtkranker Eltern stärken“
6 Tijs Bolz und Viviane Albers, M Ed. Sonderpädagogik; wissenschaftliche Mitarbeitende an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik - “ Von der Kompetenz ein „Systemsprenger“ zu sein…“
7 Vera Schreiber, Pädagogin M.A., Systemische Familientherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Erziehungsberatungsstelle AWO, Göttingen - „Stärkung der Eltern durch TripleP-Positives Erziehungsprogramm“
14.45 – 15.00 UhrKaffeepause und Gespräche
15.00 – 16.00 UhrPodiumsdiskussion mit folgenden Fragestellungen:
1. Struktur und Aufgaben der AG „Kinder psychisch kranker Eltern“ auf Bundesebene
2. Sozialpolitische Umsetzung des Themas auf Landes-/Bundesebene
Teilnehmende:
Prof. Dr. phil. Albert Lenz
Prof. Dr. Sabine Metzing
Artur Geis
Dr. Witte
Tijs Bolz
Beate Sperling
16.00 UhrEnde der Tagung





Durch den Tag führt:
Annette Vogelsang, Journalistin und Mediatorin
www.vogelsang-kandel.de




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